Unfallforschung

Für die Aufnahme der Daten eines Unfalles auf öffentlichen Straßen ist normalerweise die Polizei zuständig, die oft spezialisierte Kräfte dafür bereitstellt. Die Auswertung ist hingegen je nach Bundesland bzw. Staat unterschiedlich. Die örtliche Einmessung der Unfallspuren kann durch sachkundige fotografische Aufnahmen wesentlich unterstützt bzw. beschleunigt werden.

 

In Deutschland wird Unfallforschung im Straßenverkehr von unterschiedlichen Organisationen betrieben, unter anderem von der Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden GmbH, von der Unfallforschung der Medizinischen Hochschule Hannover, der Unfallforschung der DEKRA und der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Darüber hinaus betreiben auch verschiedene Fahrzeughersteller eine eigene Unfallforschung. Dabei werden reale (Verkehrs-)Unfälle vor Ort untersucht und statistisch erfasst. Das Ziel der Unfallforschung ist es, Informationen über Fahrzeugsicherheit, Mängel im Straßenraum, häufige Unfallursachen, Unfallorte oder typische Verletzungen aber auch Verkehrsverhaltensprobleme zu ermitteln. Dieses Wissen kann herangezogen werden, um Unfälle zu vermeiden oder die Sicherheit bei Unfällen zu verbessern.

 

Wir als Kfz-Gutachter und Ingenieurbüro sind bei wichtigen Fragestellungen und rechtlichen Betrachtungen ebenso ständig gefordert und auch ständig im Zentrum des Geschehens. Insofern ist es ebenso enorm wichtig, dass wir uns auf Schulungen und Seminaren ständig weiterbilden, um so auch weiterhin Forschung und Unfallanalyse zu betreiben. Sie sehen im folgenden Trailer Auszüge einer Unfallversuchsreihe, die im Juli 2012 in Rosenheim stattgefunden hat.  

Bericht von rosenheim24:

Begeisterung bei den Einsatzkräften der Feuerwehren aus der Gemeinde Tuntenhausen war am Samstag beim ersten Chrash-Tag in Innerthann zu verspüren.Keiner der anwesenden Feuerwehr-Einsatzkräfte hat vorher die bei einem Unfall entstehenden Gewalten in dieser Art live erleben können. Der Kraftfahrzeug-Sachverständige und Unfallanalytiker Dipl. Ingenieur Bernhard Greilinger konnte bereits am Vormittag die Aktiven aus den gemeindlichen Wehren und der Feuerwehr Bad Aibling, aber auch Bürgermeister Otto Lederer im Schulungsraum der Beyhartinger Feuerwehr begrüßen.

 

Ein über zwei Stunden langes Referat von Dipl. Ingenieur Jürgen Wolf aus Bensheim über die verschiedenen Antriebstechniken in Fahrzeugen und deren Gefahren brachte den Feuerwehrleuten viele neue Erkenntnisse.

In nur 120 Millisekunden findet bei einem Unfall die Deformierung der Fahrzeuge statt, was auf die gewaltigen einwirkenden Kräfte schließen lässt.

Wolf erläuterte sehr umfassend, wie wichtig oft kleinste Details an den Unfallstellen zur späteren Unfall-Rekonstruierung sein können.

Natürlich stehe die schnelle Menschenrettung bei Einsätzen im Vordergrund, im Nachgang sollten aber dann doch einige der hier gegebenen Hinweise beachtet werden.

Wertvolle Hilfe bei der Aufklärung von Unfallhergängen bietet auch die Foto-Dokumentation der Feuerwehren, so der Sachverständige.

Sorge bereite ihm auch der Einsatz des neu verwendeten Kühlmittels R1234yf in Fahrzeugen, das nicht nur brennbar, sondern auch hochgiftig, es entwickelt Flußsäure, ist.

Einsatzkräfte wie auch Insassen sind hier im Brandfall einer großen Gefahr ausgesetzt.

Ein renommierter Fahrzeughersteller, so Wolf, verzichtet inzwischen wieder auf den Einsatz dieser gefährlichen Flüssigkeit.

Spannend wurde es dann nach der Mittagspause, als gegen 13 Uhr der erste Crash-Versuch auf dem Gollreiter-Gelände in Innerthann gestartet wurde.

Nachdem zahlreiche Kameras, Messgeräte und Lichtschranken aufgebaut worden sind, wurde es dann richtig spannend;

ein ferngesteuerter PKW fuhr nach ca. 200 Metern mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 Stunden-kilometern in ein quer abgestelltes Fahrzeug.

Der Aufprall war nicht nur für Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei, sondern auch für die zahlreich erschienenen Zuschauer äußerst beeindruckend.

Nachdem aus den Fahrzeugen die installierten Meßgeräte entfernt worden sind, waren dann die Feuerwehrleute mit den ihnen zur Verfügung stehenden Rettungsgeräten zur Befreiung der Dummys gefordert. Unter absolut realistischen Bedingungen war es nicht immer einfach, mit dem schweren Rettungsgerät den Zugang zu den „Insassen“ zu schaffen.

Beeindruckend war auch Löschen eines im Vollbrand stehenden Fahrzeugs. Zum Einsatz kam hier das Löschmittel F500 der Aiblinger Feuerwehr. In kürzester Zeit konnten hiermit die Flammen eingedämmt und die Temperaturen massiv gesenkt werden.

Einer der Höhepunkte war dann der letzte Versuch; inszeniert wurde ein Unfall, bei dem ein LKW fünf abgestellte PKW´s touchierte. Greilinger selbst setzte sich bei diesem Versuch an das Steuer des LKW´s und war nach dem geglückten Versuch sichtlich erleichtert, als er dem ebenfalls stark beschädigtem LKW unverletzt entsteigen konnte.

Dritter Bürgermeister Hans Thiel dankte allen Teilnehmern zum Abschluss dieses, für alle Beteiligten, erfolgreichen Tages und überreichte an Christine Gollreiter einen Blumenstrauß namens der Gemeinde Tuntenhausen.

 

Text und Foto: Hengstberger